Freitag, Mai 12, 2006

Einhalten eines V-Ausschnittes mit Futter

Nachdem ich alles fertig hatte, 1,5 Stunden Arbeit mit allen Bildern ist mir doch tatsächlich der IE abgek.....t als ich es als Draft speichern wollte. Nix war zu retten und jetzt muß ich alles nocheinmal machen, hoffentlich ist Mozilla netter zu mir, da ich immer noch an einer Telefonverbindung hänge (also kein broadband).

Nun gut, auf Wunsch einer einzelnen Dame :-) im Forum und auch meiner eigenen Neugier, wie das Einhalten eines V-Ausschnittes funktioniert, wenn auch Futter m
itangenäht werden muß, vorallem wenn der Oberstoff nicht aus natürlichem Material, sondern Poly-tierchen, ist, in diesem Fall, Tafetta.

Ich fange mal mit dem Endresultat an:



Obwohl es technisch möglich ist, ich muß eingestehen, das ich es nicht so toll finde. Ich persönlich würde damit nicht rumlaufen. Allerdings könnte das alles noch besser aussehen, wenn man weniger als 3 cm einhalten muß. Ich hatte etwas über 3 cm!

Aber fangen wir mit dem Anfang an.

Ich habe einfach mal eine gewisse Überweite abgesteckt, dann die erwünschte Länge ausgemessen und das Nahtband (oder in meinem Fall Stoßband) danach abgemessen.



Dieses habe ich dann auf der linken Seite mit Stecknadeln befestigt, und dann die Mehrweite Stück für Stück eingehalten.


Wie man bereits sehen kann, Poly-tierchen sind nicht so ganz einfach einzuhalten und nachdem ich richtig mit dem Stoff gekämpft habe, oder der Stoff mit mir, bin ich doch als Sieger hervorgegangen.

Die weißen Pfeile zeigen z.B. zwei Stellen, an denen der Stoff noch eingehalten werden muß. Dabei drücke ich den Stoff "breit" und stecke es mit (in dem Fall) zwei Nadeln fest.
Am Ende ist alles gleichmäßig eingehalten und kann entlang der gekennzeichneten Nahtlinie, genäht werden. Die weiße Linie kennzeichnet die "Umbruchlinie", die blaue Linie ist die Naht.
Dabei ist es wichtig den Stoff während des Nähens, in Richtung der weißen Pfeile zu "dehnen".
Das macht man mit beiden Händen, aber in diesem Fall, mußte eine Hand die Kamera halten und auslösen.

Nachdem die Nadeln alle rausgenommen wurden, blieben häßliche Löcher übrig. Aber mit vorsichtigem Bügeln, habe ich die aus meiner Tafetta rausgekriegt.

Dabei habe ich den Stoff Stück für Stück von der
Nahtzugabe aus gebügelt, dabei vorsichtig in Richtung Pfeile gedehnt.

Hier kann man sehen, wieviel ich alles in allem eingehalten habe.
Den Futterstoff habe ich aus dem gleichen Stoff zuschneiden müssen, da ich keine andere Tafetta mehr übrig hatte.

Die Mehrweite vom Futter kann ganz einfach mit einem Abnehmer (weißer Pfeil) "bewältigt" werden.

Danach werden beide Teile zusammengesteckt.

.... und dicht neben der schon existieren Naht (auf der rechten Seite) zusammengenäht.

Beide Teile werden dann auseinandergefaltet und die Nahtzugabe and das Stoßband in Richtung Futterstoff mit einer Nadel gesteckt.

Von rechts wird dann auf der Futterstoffseite ganz dicht alles abgesteppt. Im Englischen wird das als "Understitching" bezeichnet. Es hat den Vorteil, daß das Futter bleibt wo es hingehört und nicht nach vorne kommt.

Auf diesem Bild, rechts auf der Oberstoff seite kann man die Naht sehen, mit dem das Stoßband angenäht wurde. Auf der Futterstoff seite ganz oben sieht man den Ansatz vom "Understitching". Natürlich muß das alles über die ganze Länge genäht werden.
Danach wird das Futter nach hinten "geklappt".

Der weiße Pfeil ist die Nahtlinie vom Stoßband, die blaue Linie ist vom Understitching.
Soweit vom der Rückseite. Die Vorderseite sieht nicht so bewältigend aus, dadurch das sich die Poly-tierchen nicht heiß oder mit Dampf bügeln lassen.
Ich habe dann versucht vorsichtig Stück für Stück von Rechts zu bügeln.


Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Ergebnis siehe oben!

Fazit: Nicht gut für Poly-Tierchen, aber wahrscheinlich kriegt man es mit viel Geduld doch hin, wenn die Mehrweite weniger als 3 cm ist, die man einhalten muß.

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Eine Möglichkeit wäre auch, einen Besatz an das Futter zu arbeiten, welchen man dann aus Baumwolle o.ä. arbeiten könnte :)
Gruss
tini